Wirtschaftsexperte warnt: Lockdown vernichtet weit mehr Lebensjahre als er rettet 25. Oktober 2020

Gedenkaktion für Corona-Tote: Selektiver Blick nur auf Covid-Opfer, nicht auf die weit mehr kollateral Verstorbenen (Foto:Imago/ZUMAWire)

Bernd Raffelhüschen, einer der hellsichtigeren Wirtschaftswissenschaftler dieses Landes, ist bekannt dafür, auch unpopuläre Wahrheiten schonungslos anzusprechen. Aktuell macht er sich um eine griffige, für die Allgemeinheit leichter verständliche Verdeutlichung jener Folgen des ersten Lockdowns im Frühjahr verdient: Dieser kostete, so rechnet Raffelhüschen vor, die Deutschen ungeheuerliche 3,8 Millionen Lebensjahre.

Gerade wo Hardliner des „Pandemie-Managements“ mit frösteln lassender Nonchalance schon wieder über den nächsten Lockdown laut nachdenken, so, als ginge es dabei um Ferien für alle, sind die wissenschaftlichen Darlegungen des an der Universität Freiburg lehrenden Professors, dessen Schwerpunkt insbesondere der Gesundheitssektor ist, mehr als zu begrüßen: Sie rücken manche Dinge ins Verhältnis – und verdeutlichen, wie hoch der Preis ist, mit dem ein wohl gar nicht nachweisbarer Schutz vor einem angeblichen Killervirus erkauft wurde.

Raffelhüschens zentrale These, über die „Bild“ gestern berichtet, lautet: Der Lockdown im Frühjahr hat offenbar mehr gesundheitlichen Schaden angerichtet als verhindert.
Die Abschätzung der Folgen des Stillstands für die Lebenserwartung der Deutschen insgesamt ist beunruhigend: Zwar wurde das Leben für viele Menschen verlängert, doch „die Folgeschäden für Millionen Bürger sind viel höher“, so der Experte. Er davon aus, dass kurzfristig knapp 180 000 Lebensjahre gerettet wurden. Demgegenüber stehen 3,8 Millionen Lebensjahre, die „langfristig verloren“ sind.
Ergo kosten der Lockdown und seine volkswirtschaftlichen Auswirkungen die Deutschen „deutlich mehr an Lebenserwartung als unter dem Strich bewahrt werden konnte“.

Eine Frage der Relationen

Kritikern, die dem Forscher vorwarfen, er würde „Menschenleben gegeneinander aufrechnen“, liegen hier völlig schief: Tatsächlich ist es die Politik, die – und dies derzeit im weltweiten Maßstab – Kranke und Opfer gegeneinander ausspielt, indem sie Behandlungsprioritäten verschiebt und einfach entscheidet, dass bestimmte Patienten schützenswerte seien als andere. Deshalb hat seit Corona niemand mehr die Hekatomben von durch die Maßnahmen Verstorbener auf dem Schirm: Tote infolge verschobener Operationen, ausgebliebener Notfallbehandlungen, Selbstmorde, Gewaltopfer.

Es ist nicht das erste Mal, dass sich Raffelhüschen mit unpopulären und vor allem von der Groko-Regierung mit Gift und Galle bedachten Modellierungen und Hochrechnungen von Langzeitfolgen politischer Entscheidungen wissenschaftlich auseinandersetzt: So warnte er bereits im November 2015, noch vor dem Höhepunkt der von Angela Merkels Willkommenspolitik losgetreten Flüchtlingswelle, vor deren gigantischen Folgekosten und errechnete eine mittelfristige indirekte, volkswirtschaftliche Gesamtbelastung von mindestens 900 Milliarden Euro – eine Zahl, die inzwischen deutlich nach oben korrigiert werden muss. Doch sie reicht noch lange nicht an das heran, was in der aktuellen Krise verbrannt wird. (DM)

https://www.journalistenwatch.com/2020/10/25/wirtschaftsexperte-lockdown-lebensjahre/

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