Sibirien verbrennt, wir werden alle sterben: Lauterbach steigt von Corona- auf Klima-Panikmache um 1. Juli 2020

Karl Lauterbach (Foto:TropenVerlag/SPDPresse)

Weil es in Sibirien gerade hochsommerlich warm ist, wittern Klimaaktivisten wieder mal laue Morgenluft. Vor allem Corona-Fürchtegott Karl Lauterbach, der auch auch in anderen Themenfeldern „Panik kann“. Das verdeutlicht er aktuell besonders gerne durch lustvolles Herumreiten auf den Pseudo-Sensationsmeldungen zum sibirischen Sommer, der mit „rekordverdächtigen“ Temperaturen aufwartet – die natürlich wieder die „Klimakatastrophe“ bestätigen, logisch.

Normale jahreszeitliche Schwankungen und Wetterereignisse je nach Bedarf wie obsessiv als Beleg für den Klimawandel zu deuten, ist zu einer wahnhaften Unsitte selbst gestandener Meteorologen und medialer Wetterfrösche geworden: Wenn es im Winter schneit und im Sommer heiß ist, sind dies sogleich „Extreme“. Ist es im Winter zu mild und im Sommer zu nass, ist auch das Beleg für ein verrückt spielendes, vom Menschen aus dem Lot gebrachten globalen Klimas. Und jeder Hagelschauer, Frühlingssturm, aber auch Tornado oder Hurrikan ist sowieso Beweis für die uns alle vernichtende Erderwärmung.

So wie aktuell gerade: Da die nach trockenen Maiwochen bereits lustvoll prognostizierte Dürre partout nicht eintreten will und es aktuell für knackigen Sommer viel zu unbeständig und regnerisch ist, muss die Apokalypse eben wieder anderswo festgemacht werden. Das ZDF und andere Leitmedien versteifen sich seit Neuestem auf die angeblich in Sibirien gemessene „Rekordtemperatur von 38 Grad in Werkojansk“.

Sibirien ist nicht gleich Polarkreis

Die Stadt liegt zwar weder im Polarkreis, noch sind dort Temperaturschwankungen etwas Ungewöhnliches (das Kontinentalklima kennt jahreszeitlich deutlich stärkere Temperaturspitzen als das gemäßigte Golfstromklima Westeuropas) – doch dass etwas nicht stimmen kann, wenn es in Sibirien so heiß ist, macht sich zur Beunruhigung der Massen immer gut. „RND“ schlug gleich den großen Bogen und schrieb, die „ganze Welt“ werde „die Folgen zu spüren bekommen“.

Dabei gibt sogar Wikipedia auf einem 12 Jahre alten Eintrag folgendes zum Thema „Sibirien“, Kapitel „Klima“, zum Besten: „In den meisten Regionen Sibiriens herrscht ein ausgeprägtes Kontinentalklima: Verhältnismäßig heiße Sommer (bis +40 °C) werden von extrem kalten Wintern (bis −72 °C) abgelöst.“ Bis 40 Grad waren auch früher schon nichts ungewöhnliches – doch die Zahl, bezugslos in den Raum geworfen, macht sich natürlich spektakulär gut. Für Lauterbach aber steht prompt fest, was hier eigentlich Sache ist:

(Screenshot:Twitter)

Natürlich darf der Hinweis auf den Corona-begünstigten anstehenden Systemwechsel auch hier wieder nicht fehlen. Letztes Jahr waren es übrigens andere angeblich verstörende Klimaphänomene (die in Wahrheit völlig normale, wiederkehrende Ereignisse darstellen), die Lauterbach zu ähnlichen Schlüssen inspiriert hatten – das temporäre Trockenfallen der Victoriafälle, die (überwiegend von Indios durch Müllverbrennung verursachten) Amazonas-Feuer und – einer von Lauterbachs Klassikern – die Verknüpfung des (erdbebenbedingten!) Sumatra-Tsunamis 2004 mit der menschgemachten Klimaveränderung.

Den Panikmachern kommt auch jetzt wieder der Umstand eines ausgeprägten Laienwissens zugute, wonach „Sibirien“ von den meisten Deutschen und erst recht bildungsfernen FFF-Quarantänekids mit „Arktis“ und demnach auch „arktischer Kälte“ gleichgesetzt wird. Die Halbbildung kommt den Hysterikern nur allzu gelegen – obwohl jedermann, der Archipel Gulag oder Doktor Schiwago gelesen hat, um die erbarmungslosen Hitzewellen in der Tundra und Zentralsibirien in den Sommermonaten weiß, und Sibirien fast 5.000 Kilometer südlich des Nordpols beginnt.

Auch Meteorologe Jörg Kachelmann, der sich dem aufklärerischen noblen Anliegen des Kampfs gegen die grassierende Verblödung in Medien gerade zum Thema Wetter & Klima verschreibt, platzte kürzlich der Kragen:

(Screenshots:Twitter)

Höchst aufschlussreich ist übrigens, dass der 38-Grad-„Rekord“ (der offensichtlich gar keiner ist) so viel prominentere öffentliche Aufmerksamkeit findet als ein nachweislicher Rekord von vor gerade einmal sechs Monaten: Damals wurden auf Grönland unfassbare 66 Grad Minus gemessen, auch für diese Breiten eine viel zu niedrige Temperatur. Und ebenfalls im vergangene Winter nahm das Eis in der Arktis insgesamt so stark zu wie in den letzten 20 Jahren nicht; noch im Februar wurde die deutsche „Polarstern“ vom Packeis überrascht und festgefroren; im Ergebnis brachte der letzte Winter somit eine Lebensraumvergrößerung für Eisbären. Auch diese Meldung fiel freilich unter den Tisch, weil sie so gar nicht ins Framing des Klimawandels passen wollte… (DM)

https://www.journalistenwatch.com/2020/07/01/sibirien-lauterbach-corona/

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